
Hier ist unsere Dobifrau Montana zu sehen. Geb.: September 1997
Rufname: Maus, Knallmaus, Stinkemaus (stinkt aber nicht!:-))
Familienmitglied seit Februar 1998
Wesen: Verschmust, sehr liebesbedürftig, ängstlich gegenüber fremden Menschen, verspielt, anderen Hunden freundlich gesinnt.
Hauptmerkmal: Verfressen, rennsüchtig - eine richtige Knallmaus eben!
Mitte Februar 1998 schaffte ich (Alexandra) es nicht mehr, meinen Lebensgefährten Axel davon zu überzeugen, dass es für unseren Lebenstraum - einen eigenen Hund - noch zu früh ist. Unsere erste eigene Wohnung war noch nicht fertig. Wir hatten gerade mal unser Schlafzimmer, das Bad und die Küche fertig. Keine Zeit somit für den ersten eigenen Hund der ja viel Zeit für seine Eingewöhnung und Erziehung benötigt (da wusste ich noch nicht wie recht ich mit dieser Aussage haben sollte).
Axel lies sich an diesem schönen Sonntagmorgen von meiner Vernunft nicht mehr aufhalten und rief in verschiedenen Tierheimen in unserer Umgebung an, ob im Moment Dobermänner oder Dalmatiner - reinrassig oder nicht - auf ein neues Zuhause warten. Bei der Frage nach einem Dobermann stiessen wir bei Allen auf eine Mauer des Misstrauens. “Warum wollen Sie unbedingt einen Dobermann?” bzw. wurde uns von vorne herein ein Korb gegeben.
Ja, warum wollten wir unbedingt einen Dobermann - frau. Wollten wir ja gar nicht, aber eine gewisse Vorstellung hat denke ich jeder, wenn er sich einen Hund fürs Leben holt. Fakt war aber, das Axels Eltern eine Dobermannmischlingshündin Namens Melissa hatten und Sie war einfach toll.
Schön und gut, wir liessen uns nicht aufhalten und fuhren trotzdem nach Würzburg mit der leisen (wohl eher sehr, sehr lauten) Ahnung, daß wir heute mit einem neuen Gefährten nach Hause kommen würden. Denn wer kann schon treuen Hundeaugen widerstehen - egal welcher Rasse.
Wir liefen also an den Zwingern vorbei. Beide können wir uns heute nicht mehr erinnern was wir dort für Hunde gesehen haben. Dann ging ich schon einmal um eine Ecke in den Hinterhof. Dort sassen 2 Hunde in einem Zwinger. Was sahen meine Augen dort? Eine kleine Dobifrau!! Ich rannte nach vorne zu Axel, dann zu zweit wieder nach hinten. Axel schwebte im siebten Himmel - liebe bei uns allen auf den ersten Blick - er drehte sich um, rief mir im wegrennen noch zu “schnell, sonst nimmt sie uns noch jemand weg” - er war schon fast panisch zu nennen, ich also hinterher ins Büro.
Als erstes mussten wir verschiedene Fragebögen ausfüllen. Allgemeines über Hundehaltung, Erziehung, Bewegung. Wie und wo wir den Hund halten wollen, wo er schlafen darf...
Dann kam ein Pfleger zu uns, fragte uns ob wir die kleine Montana - sie war zu diesem Zeitpunkt ca. 5 Monate alt- wirklich haben wollen. Er erklärte uns, dass Montana sehr ängstlich und zurückhaltend wäre. Das störte uns nicht sehr. Wir dachten damals, welcher Hund ist nicht verstört, wenn er in einem Tierheim leben muss.
Dann teilte er uns mit, dass Montana keine weitere Chancen auf Vermittlung hätte, würden wir sie wieder zurückbringen. Sie war bereits einmal für 14 Tage vermittelt gewesen wurde aber wieder zurückgebracht. Wir liessen uns nicht abhalten und er holte Montana aus dem Zwinger zu uns ins Büro.
Sie war bei uns vom ersten Augenblick an überhaupt nicht ängstlich.
Sie wollte nur gestreichelt werden und ging auch ohne Probleme mit ins Auto. Sie schlief selig wie ein Engel bei mir im Fussraum. Zuhause ging es rauf in die Wohnung. Ich meinte noch, heute keine Besichtigungstour für die restlichen Hausbewohner. Leider liess sich das nicht so recht verwirklichen.
Jetzt bekamen wir zum ersten mal einen Einblick in Montanas Problem - Angst vor Menschen !!
Sie versuchte verzweifelt einen Platz zum Verstecken zu finden, zitterte wie Espenlaub und war nicht mehr ansprechbar. Lange nachdem die Eltern wieder die Wohnung verlassen hatten, lag sie im letzten Eck das sie hatte finden können.
Nun beratschlagten wir, was zu tun sei. Wir entschlossen uns, Montana entgegen unserer eigentlichen Vorstellung, bei uns im Bett schlafen zu lassen, um ihr etwas Sicherheit und Wärme zu vermitteln.
Da wir ja wie bereits oben erwähnt keine vollständige Wohnung hatten, und wir am nächsten Tag bereits zur Arbeit mussten, hielt sich Montana während unserer Abwesenheit (selbstverständlich ging Axels Mutter in kurzen Zeitabständen mit Ihr in den Garten) im nagelneuen Schlafzimmer auf. Sie bewies uns am 3. Tag auch gleich wie gut unser Holzbett zum nagen geeignet war.
Doch wer konnte einem so kleinen süssen Ding schon böse sein, zumal wir ja selber schuld waren.
Die nächsten Wochen stellten sich für uns und Montana als Horrortrip heraus. Es war eine Tortur mit Montana Gassi zu gehen. Sie ging zwar schon als kleine Wurst gerne spazieren, aber wir leben ja nunmal nicht alleine auf dem Mond mit ihr, zwar auf dem Land - aber auch hier gibt es eben Menschen! - und sie hatte panisch Angst vor allen Zweibeinern ausser uns beiden.
Begegnete ich jemandem, musste ich sie vorbeitragen, da sie vor lauter Zittern nicht mehr ansprechbar war, richtige Muskelkrämpfe und Schuppenanfälle wurden begleitet von purem Durchfall.
Zuhause war sie schon immer eine richtig liebe kleine Maus. Ruhig und ausgeglichen -vorausgesetz sie hatte ihren Auslauf bekommen.
Der Dobermann bzw. die Doberfrau:
Ich gebe keine allgemeinen Auskünfte zum Dobermann , darüber kann man sich auf speziellen Seiten genügend informieren.
Hier möchte ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit unserer Montana und dem ein oder anderen Dobermann den ich durch meine Ausbildertätigkeit im Hundeverein kennengelernt habe niederschreiben.
Wir kennen den Dobermann in keinster Weise als "durchgeknallt" oder "überdreht" auch wenn Montana den Spitznamen Knallmaus hat. Im Gegenteil Montana ist ein ganz lieber ausgeglichener Wauzi aber eben mit einer gehörigen Portion Temperament.
Wir müssen immer lachen, wenn uns die Leute auf die Bewegungsintensität von Rikki - da ja ein Windhund - ansprechen. Die Meisten bekommen ganz grosse Augen wenn wir Sie darüber aufklären, dass unsere Doberfrau bei weitem mehr Auslauf benötigt. Und hier liegt denke ich in allererster Linie das Problem dieser sogenannten durchgeknallten oder völlig überdrehten Dobermänner. Der Dobi hat einfach ein überschäumendes Temperament das beschäftigt werden will. Zudem ist er ein sehr sensibler, anhänglicher Hund der in meinen Augen zwingend den engen Kontakt zu seinem "Rudel" benötigt. Im Gegenzug zur Beschäftigung benötigt er jedoch auch aufgrund seiner Sensibilität einen geregelten Tagesablauf und auch Ruhephasen.
Alle Dobis die ich bisher kennenlernen durfte haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und überragend gute Spürnasen. Auch Montana hat einen sehr starken Jagdtrieb wobei ich sehr stolz darauf bin ihren ausgeprägten Spürsinn unter Kontrolle bekommen zu haben. Durch das Platzkommando kann ich sie bei einer aufgespürten Fährte auch auf weite Entfernungen, welche ja für einen Dobi kein Problem sind, ablegen und infolge dessen dann abrufen oder abholen. Seltenste Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel.
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